Leadership gewinnt in der VUKA-Welt an Bedeutung

Können Sie die Begriffe unterscheiden oder verwenden Sie sie synonym? In der VUKA-Welt ist eine Differenzierung der Begriffe wichtig, vor allem wenn Sie Ihr Team in eine ungewisse Zukunft führen möchten.

John Kotter diese Frage bereits in seinem Buch  "A Force for Change - How Leadership Differs From Management" in den 90er Jahren ausführlich untersucht und beantwortet. Heute sehen wir, dass der bekannt Harvard Professor schon damals mit seinen Ausführungen die Zeichen der Zeit genau erkannt hat.

Grundlegende Unterscheidung zwischen Führung und Management:

  • Der Manager organisiert, steuert und kontrolliert das operative Geschäft.
  • Der Leader denkt und handelt strategisch, schafft neue Ansätze und lotet Optionen aus.

Management

  1. Planen und Budgets aufstellen
  2. Organisieren und Personal einsetzen
  3. Kontrollieren und Probleme lösen
  4. Ordnung und Beständigkeit schaffen. 

Leadership

  1. Die Richtung aufzeigen
  2. Die Mitarbeiter gezielt darauf ausrichten
  3. Motivieren und Inspirieren
  4. Veränderungen und Dynamik erzeugen.

In der Praxis lässt sich beobachten, dass Führungskräfte deutlich mehr Stärken in einem der beiden Bereiche haben als in dem anderen.

Nach einer von Kotter angeführten Studie geben zwei Drittel von 200 interviewten Führungskräften an, es gäbe in ihren Unternehmen zu viele Vorgesetzte, die zwar stark im Management, aber nicht im Leadership sind. Fünfundneunzig Prozent meinten, es gäbe zu wenige Vorgesetzte, die beide Qualitäten besitzen.

In der VUKA-Welt sind Leadership-Qualitäten als Ressource für die Adaption und Evolution von Organisationen für die Zukunft essenziell.

Drei Bedingungen, die Leadership begünstigen

Gerade in der Übergangszeit von der sogenannten Planungswelt, die in unseren Unternehmen noch immer sehr häufig anzutreffen ist, zu VUKA-Welt sind Führungskräfte oft gezwungen zwischen beiden Welten zu wandern.

Allerdings ist es für Führungskräfte von großer Bedeutung, beide Aspekte zu kennen und ihre individuellen Bevorzugungen zu identifizieren. Auch innerhalb eines Führungsteams ist es durchaus zielführend, zu wissen, wer in welchem Bereich seine besonderen Kompetenzen hat, um die Balance zwischen Leadership und Management zu schaffen.

3 Faktoren für die Entwicklung von Leadership

  1. Persönlichkeit (Veranlagung und Prägung in der Kindheit)
  2. Erfahrung (Umfeld, Berufserfahrung)
  3. Kultur - wie Person sozialisiert wurde und auch die Unternehmenskultur sollten betrachtet werden (Wertekodex, kulturelle Do's & Don'ts).

1. In der Persönlichkeit steckt das Potenzial welches man im Unternehmen entfalten kann.

  • Bringt die Persönlichkeit hohe Energie, Selbstmotivation und Risikobereitschaft mit?
  • Ist die Persönlichkeit in der Lage, sich auf neue Szenarien einzustellen?
  • Kann er/sie sich verständlich machen und andere überzeugen?
  • Ist er/sie in der Lage, aus Misserfolgen die richtigen Schlüsse zu ziehen und aus ihnen zu lernen?

2. Der Faktor Erfahrung wird sowohl vom Unternehmen als auch von der Person beeinflusst.

  • Welche Erfahrungen bringt die Person bereits mit?
  • Welche Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten bietet das Unternehmen, um Erfahrungen zu sammeln?

3. Die Kultur, die im Unternehmen gelebt wird, ist ebenfalls bestimmend für die Entwicklung von Leadership.

  • Ist sie geprägt von Entwicklung, Vertrauen und Zutrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter?
  • Welche Faktoren beeinflussen die intrinsische Motivation der Mitarbeiter?
  • Welches Belohnungssystem fördert die Bereitschaft zu Innovation und persönlicher Entwicklung?
  • Welche Führungskultur herrscht im Unternehmen?

Stellen Sie sich diesen Fragen nicht nur im stillen Kämmerlein, sondern untersuchen Sie sie gemeinsam mit anderen Mitarbeitenden und Führungskräften im Unternehmen. Die Vielfalt der Ideen und Gedanken, die eine solche Diskussion hervorbringt, ist der erste Schritt zu einer zukunftweisenden Rolle als Leader im Unternehmen.

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